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VBR-Sitzung des Bezirksverbandes Oberpfalz im November 2008

Reger Erfahrungsaustausch zwischen Eltern und Schulleitung

 

Ungewöhnlich begann die Bezirksversammlung des VBR-Oberpfalz am 25. November. Die Schulleiterin und erste Vorsitzende des Bezirksverbandes RSKin Monika Müller-Sperl führte die Mitglieder durch ihre neue Schule, die Realschule Obertraubling. Besonders bemerkenswert ist die großzügige Ausstattung der Schule mit Räumen, vor allem in der Verwaltung und – als besonderes Highlight - einer Mathematik-Lernwerkstatt.

 

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Bei der anschließenden Sitzung konnte die Vorsitzende als besondere Gäste – neben dem Landesvorsitzenden Roland Schneidt – den Ministerialbeauftragten für die Realschulen in der Oberpfalz, Ludwig Meier und die Vorsitzende des LEV-RS, Frau Ingrid Ritt begrüßen. Bemerkenswert war auch die große Anzahl an Teilnehmern.

 

Roland Schneidt berichtete über die aktuellen Probleme der Schulen und des Verbandes und bezog dabei auch die Erfahrungen mit ein, die er auf dem Landesrealschultag in Bad Wörishofen gemacht hatte. Thematisiert wurden die Anlassbeurteilung, die Koalitionsvereinbarungen, insbesondere die Gelenkklassen – von denen noch niemand weiß, wie sie aussehen sollen – und die beabsichtigte Kooperation von Haupt- und Realschulen. Dabei stellte er klar heraus, dass sich eine mögliche Kooperation nicht auf den Unterricht in Pflichtfächern und einen Lehreraustausch zwischen den verschiedenen Schularten erstrecken kann. Positive Signale dazu gab es am Landesrealschultag zahlreiche. Alle wichtigen Institutionen und Parteien sprachen eindeutig von „keiner grundsätzlichen Strukturänderung“ in der bestehenden Schullandschaft. Die Prämisse des neuen Kultusministers Spähnle: Qualität geht vor Geschwindigkeit (einer Schulreform) sowie seine Definition von „Kernschularten“ und der Aussage über die hohe Akzeptanz der Realschule bei Eltern, Schülern und der Wirtschaft stimmen zuversichtlich. Trotzdem bat Schneidt um große Aufmerksamkeit bei der weiteren Entwicklung.

Für neue Mitglieder beschrieb der Landesvorsitzende den Zugang zum VBR-Portal und stellte das neue Formularcenter vor.

 

Erstmalig bei einer Bezirksversammlung konnten VBR und LEV-RS, vertreten durch die Landesvorsitzende Frau Ingrid Ritt, Erfahrungen austauschen. Frau Ritt beschrieb, wie sie sich eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule, Schulleitung und Eltern vorstellt. Mittelpunkt und Zentrale einer Schule seien die Schulleiterin bzw. der Schulleiter. Besonders wichtig erachtet die LEV-RS eine frühzeitige Information der Eltern über alle schulischen Vorgänge, auch dann, wenn „alles gut läuft“.

Auf besonderes Interesse stieß das Positionspapier der LEV-RS zum Übertritt, das wenige Tage später dem Kultusminister übergeben wird. Kernpunkt ist eine dreijährige kontinuierliche Beobachtung aller Schüler in der Grundschule. Nur eine so lange Beobachtungszeit gewährleistet eine verlässliche Prognose über den Erfolg an einer weiterführenden Schule. Der Druck auf die Schüler nimmt stark ab, da er sich über mehrere Jahre verteilt. Ein eigenes Übertrittsverfahren ist dann nicht mehr nötig. Entschieden sprach sich Frau Ritt gegen die Freigabe des Elternwillens aus.

 

Ein reger Informationsaustausch entstand dann bei der Frage, wie man die Eltern von Schülern mit Migrationshintergrund ansprechen und besser einbinden kann. Genannt wurden eigens thematisierte Feste (Ein Land/ein Kulturkreis stellt sich vor), Deutschkurse für Eltern, „Elterntalks“ der „Aktion Jugendschutz“ sowie das Mercator-Projekt des Fachbereichs Germanistik der Universität Regensburg. Leider ist die Hemmschwelle der Eltern, Deutsch zu lernen, sehr hoch.

 

Viele verschiedene Erfahrungen haben die anwesenden Schulleiterinnen und Schulleiter bei dem Einsatz der Grundschullehrkräfte gemacht. Forderung muss sein, diese Lehrkräfte auf keinen Fall bei der Budgetierung auf das Kontingent der Realschule anzurechnen.

 

Der Ministerialbeauftragte Ludwig Meier gab bei den PISA-E-Ergebnissen zu bedenken, dass der Migrationsanteil der sächsischen Schüler sowie die kleinen Klassen die Werte zwischen Bayern und Sachsen nicht vergleichbar machen. Darüber hinaus seien die Werte so nahe beisammen, dass sie innerhalb der Fehlergrenzen liegen.

 

Kurz wurden noch die unterschiedlichen Anträge auf Reisekostenerstattung in den einzelnen Regierungsbezirken und die entstandene Unruhe bei Schülern, Eltern und Lehrer über die mehrmals geänderte Ferienordnung und die daraus entstandenen Probleme diskutiert.

 

Insgesamt war es ein sehr gewinnbringender Abend für alle Beteiligten.