Informationsaustausch zu aktuellen Themen an den bayerischen Realschulen
Mehrwert für die Kinder, Vermeidung von Mogelpackungen und Frühkindliche Förderung Kernpunkte des diesjährigen Treffens
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Auf Einladung des Bezirksvorsitzenden des brlv-Oberfranken Herrn Robert Kolb konnten Vertreter aus Politik, Schulaufsicht und Verbänden begrüßt werden. Zum ersten Mal in der Runde und sehr positiv beeindruckt zeigte sich Frau Gudrun Brendel-Fischer (MDL CSU). Ebenfalls folgten zwei weitere Vertreter aus dem bayerischen Landtag, Herr Eduard Nöth (CSU) und Herr Heinrich Rudrof (CSU), der Einladung. Oberfrankens Schulaufsicht wurde durch den Ministerialbeauftragten Herrn Manfred Egner repräsentiert. Für die Vereinigung Bayerischer Realschuldirektoren e.V. (vbr) war Herr Peter Muth, der Bezirksvorsitzende für Oberfranken anwesend. Seitens des brlv war neben den Bezirksvorsitzenden-brlv Kolb und seinen beiden Stellvertretern Frau Sonja Windeck und Herr Robert Schmitt auch der Landesvorsitzende Anton Huber aus Niederbayern angereist.
„Jetzt entscheidende Phase der Schulentwicklung“
Anton Huber (brlv), der ständig mit dem Kultusminister Spänle und der Realschulabteiung im Kultusministerium in Kontakt steht, begann die Runde über die aktuelle Schulentwicklung aus Sichtweise des brlv zu informieren. Oberstes Ziel von allen, die an Bildung gestaltend mitwirken, muss eine optimale Förderung des Kindes sein. Dabei darf man nicht verschweigen, dass Kinder an verschiedenen Schularten besser unterstützt werden können, so Huber. Auch das Erfolgsmodell Realschule kämpft mit diesem Problem. So sind es tatsächlich ca. 12,5 % aller Realschüler, die an der Hauptschule effektiver ausgebildet werden könnten. Andererseits trifft es auch jährlich die Realschule mit ca. 3000 Schülern, die im Verlauf des Schuljahres vom Gymnasium aufgenommen werden.
„Keine weitere Aufweichung beim Übertritt“
Diese Zahlen würden sich aber dramatisch verändern, wenn es weitere Öffnungen beim Übertrittsverfahren gibt. Mit zu verantworten haben diese Gedanken sicher zwei Institutionen. Zum einen muss die Wirtschaft noch mehr die ohne Frage große Qualität der im Hauptschulbereich geleisteten Arbeit anerkennen. Ein schwieriges Unterfangen, wenn die zweite Institution, die Schulart und die Vertreter dieser Schulart alles dafür tun, dass sich die Hauptschulinitiative nicht durchsetzt.
„Regionalschule = Mogelpackung“
Entscheidend sei, laut Huber, dass man endlich aufhört mit Mogelpackungen verunsicherte Eltern und auch Bürgermeister, die gerne den Schulstandort erhalten würden, mit unehrlichen Konzepten wie Regionalschulen oder Gesamtschulmodellen zu ködern. In diesen Schulen können die Bildungskonzepte von Haupt- und Realschulen einfach nicht umgesetzt werden. Es zielt lediglich auf die Abschaffung einer Schulart ab.
„Schwächen sind vorhanden, dagegen müssen wir was tun“
Herr Rudrof gestand zweifellos Schwächen im vorhandenen Bildungssystem in Bayern ein. Allerdings muss eindeutig das Kind und nicht das Schulgebäude in Mittelpunkt einer solchen Diskussion stehen. Herr Egner wies auf die vielen Förderkurse an Bayerns Realschulen hin, die zum zweiten Halbjahr begannen. Schüler, die zum Halbjahr mindestens als „gefährdet“ galten und diese Förderkurse besuchten, bewältigten mit einer Erfolgsquote von 84% das Schuljahr. Diese und andere Maßnahmen, die unseren Kindern zu Gute kommen, haben nachhaltigen Erfolg.
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Von links nach rechts: Heinrich Rudrof (CSU), Peter Muth (vbr), Manfred Egner (MB) Eduard Nöth (CSU)
„Leistungsgedanke darf nicht verschwinden“
Entscheidend sei auch, dass die schulische Bildung von solcher Güte sein muss, dass ein Schulabschluss auch in eine Berufsausbildung mündet. Herr Nöth (CSU) wies klar darauf hin, dass es in verheerender Weise kontraproduktiv sei, durch eine Herabsenkung und Vermischung von Anforderungen oder Ansprüchen einen vermeintlich leichteren Abschluss für jeden Schüler zu ermöglichen. Ein qualitätshaltiger mittlerer Schulabschluss sollte aber dennoch für jedes Kind erreichbar sein. Und so sind Kooperationsmodelle und Aufbauklassen denkbar, die es dem Hauptschüler nach der neunten Jahrgangsstufe zum Beispiel in weiteren zwei Jahren Schulbesuch ermöglichen, eben auch eine vollwertige mittlere Reife zu erlangen.
„Das Schulsystem ist durchlässiger als man denkt“
Frau Bendel-Fischer (CSU) gab dazu noch zu bedenken, dass das Schulsystem sehr wohl durchlässig ist, und somit die vier großen Schularten, da man die Förderschule zu häufig vergisst, im engen Verbund miteinander stehen. Gerade auch die Übertritte nach 5. und 6. Jahrgangsstufe von Haupt- zu Realschulen oder von Realschulen zu Gymnasien während der gesamten Schulausbildung von Realschülern, was bis hin zu Talentklassen von Realschulabsolventen an Gymnasien reicht, gibt es zahlreiche Erfolg versprechende Beispiele. „Es ist aber enrom wichtig, dass die Wirtschaft diese vorhandene Durchlässigkeit propagiert“, so Brendel-Fischer.
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Von links nach rechts: Gudrun Brendel- Fischer (CSU), Heinrich Rudrof (CSU), Peter Muth (vbr), Manfred Egner (MB)
Breiter Konsens bestand ist der großen Bedeutung der frühkindlichen Förderung, da die Vorschuljahre eine immense Entwicklungschance bergen. Andererseits können Versäumnisse aus diesen Jahren kaum noch aufgeholt werden.
Eine klare Forderung von Huber (brlv) lautete somit, dass auch in künftig finanziell schwierigen Zeiten in allen Bereichen der Entwicklung und Bildung von Kindern nicht gespart werden darf. Die von allen als sinnvoll angesehenen Ganztagschulen müssen so bald als möglich an allen Schularten einen festen Platz einnehmen. Die Bitte um ausreichende Ausstattung an Mitteln und Lehrpersonal bleibt hoffentlich nicht ungehört.
Am Ende zogen alle Teilnehmer ein positives Fazit, wenngleich es gilt „größtes Augenmerk auf alle Tendenzen zu legen, die konstruktive Schulentwicklung zum Wohl der Kinder und ihrer Zukunft zerstören wollen“ so Kolb (brlv) in seinem Schlusswort.
Würgau, 21.02.2009 Ulrich Babl, Pressesprecher brlv-Oberfranken



